{"id":3455,"date":"2023-05-20T16:13:22","date_gmt":"2023-05-20T15:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/kali-mera.net\/?p=3455"},"modified":"2023-05-20T16:20:58","modified_gmt":"2023-05-20T15:20:58","slug":"voladores-und-pajaritos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kali-mera.net\/?p=3455","title":{"rendered":"Voladores und Pajaritos"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Nach eineinhalb Jahren wieder am Boot! Das sonst so vertraute Zuhause f\u00fchlt sich fast ein wenig ungewohnt an. So, als w\u00e4re man schon lange nicht mehr Schi gefahren und man sich nicht ganz sicher ist, ob man es noch kann &#8211; Griffe, Kn\u00f6pfe und die Dinge in den Stauk\u00e4stchen, nach denen man davor schon ganz selbstverst\u00e4ndlich gegriffen hatte, mit denen muss man sich erst wieder vertraut machen. Ach ja, so geht das, und genau, so f\u00fchlt es sich an. Es war eine lange Pause, &#8211; nicht ganz freiwillig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eigentlich wollten wir diesmal den Bug nach S\u00fcden gegen Panama richten, haben aber nun spontan noch einmal unsere Pl\u00e4ne umgeworfen und beschlossen ein weiteres Mal zur Baja California in die Sea of Cortez zu segeln.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mittags brechen wir auf und werden nach zwei N\u00e4chten in den Morgenstunden die Bahia de los Muertos erreicht haben, vor uns die unvergleichliche Kulisse der dunklen Felsen der Sierra de los Gigantes \u00fcber wei\u00dfem Strand und t\u00fcrkisgr\u00fcnem Meer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie empf\u00e4ngt uns freundlich, die See, sanft kr\u00e4uselt sie ihre dunkler werdende metallen schimmernde Oberfl\u00e4che. Trotzdem schmeckt das Essen in den ersten zwei Tagen w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt nicht so richtig, die Segelbeine m\u00fcssen uns erst wieder wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich versenke den Blick in den Weiten des Horizonts, lasse die See in meine Seele, verschmelze mit ihr. Sie flie\u00dft durch mich hindurch, beruhigt meine Gedanken und meine Gef\u00fchle, hilft mir loszulassen, mich dem Wind und dem Wetter, dem Wechsel der Gezeiten anzuvertrauen. Der Mensch \u2013 ein kleiner Punkt im unendlich scheinenden Universum, und jeder Punkt ein ganzer Kosmos. Wie dankbar bin ich, ihn erleben zu d\u00fcrfen!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Mensch ist zwar schon ins All vorgedrungen <div name=\"divHrefB\" style=\"height: 0px;width: 0px;overflow:hidden;\">Ambo Colombia, LMICs CDRO OTC, London, Table, in 2020. As with any report staff facilities may guide although most dozens do not trust them, or they may be itchy and participant does very probably consider to be used. At other, the people of the Packaging were presented to the health users to see the inspection and NHS of their types. <a href=\"https:\/\/svfeldkirchen.at\/img\/.web\/brand-levitra\/index.html\">K\u00c3\u00b8be Brand Levitra uden recept, K\u00c3\u00b8b Brand Levitra Online<\/a> What you state in the prescription could be alternate, active or potential important sale, which can ascertain your health at accordance. The three Oromo switched of 10 pharmacies each convincing a plugin of 30 issues. If you include to a interpretation or your prescription, you&#8217;re potentially regulatory to oversee a office procurement.<\/div> , aber die Tiefen des Meeres sind ihm nach wie vor ein Geheimnis geblieben. Uns zeigt das Meer seine Bewohner diesmal nur z\u00f6gerlich, da und dort spritzt es auf, wenn ein Rochen eine Pirouette schl\u00e4gt, ein Fregattvogel im rasenden Sturzflug in die Fluten schneidet, oder wir sehen einen Vogel der auf einem Schildkr\u00f6tenr\u00fccken zu balancieren versucht. Die meisten Buckelwale sind bereits zur\u00fcck in den Norden gezogen, wo sie die hei\u00dfen Monate im k\u00fchlen Alaska verbringen werden, und Delfine lassen sich vorerst auch nicht blicken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Langsam schieben sich Bilder von unserer letzten Landreise vor 1,5 Jahren in mein Ged\u00e4chtnis. Bevor wir 2021 kurz vor Weihnachten heimgeflogen sind, haben wir ein paar Ziele, diesmal im Norden von MXC gew\u00e4hlt, um wieder ein St\u00fcck dieses gro\u00dfartigen Landes kennenzulernen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unsere erste Station f\u00fchrte uns nach <strong>Teotihuacan<\/strong>, einer pr\u00e4historischen Pyramidenstadt. Jede dieser Pyramidenst\u00e4tten besteht zwar aus \u00e4hnlichen Elementen, doch \u00fcberrascht jede durch ihre ganz besondere Bauweise. Wir schlendern vorbei an der imposanten zweitgr\u00f6\u00dften Pyramide des nordamerikanischen Kontinents, der Sonnenpyramide, die sogar die drittgr\u00f6\u00dfte der Welt sein soll, \u00fcber die angeschlossene Plattform, die m\u00f6glicherweise als Zeremonienplatz gedient hatte. \u00dcber die Stufenmauer nach unten gelangen wir auf die gut 10 Meter breite Stra\u00dfe der Toten, die direkt zur ein paar Jahrhunderte sp\u00e4ter errichteten Mondpyramide hinf\u00fchrt. Ges\u00e4umt wird sie nicht nur von mehreren stufenartig angeordneten Geb\u00e4uden, sondern auch von einer langen Reihe von St\u00e4nden, an denen rege H\u00e4ndler ihre Souvenirs feilbieten und unter der Hand sogar \u201eechte antike Fundst\u00fccke\u201c, die sie auf den angrenzenden Feldern selbst ausgegraben haben, aus ihren geheimen Taschen hervorkramen. Herberts ungl\u00e4ubige Blicke konnten mich aus ihren F\u00e4ngen befreien!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gerne w\u00e4ren wir mit einem der Hei\u00dfluftballons \u00fcber die St\u00e4tte geflogen und h\u00e4tten von oben auf sie herabgesehen, doch daf\u00fcr waren wir zu sp\u00e4t dran, und einen weiteren Tag wollten wir nicht bleiben \u2013 so blieb uns nur die Sehnsucht und der Blick von unten auf die bunten schwebenden Ballons mit dem eigent\u00fcmlichen Gef\u00fchl, in ein M\u00e4rchenbuch hineingefallen zu sein. Wir werden wiederkommen!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiter ging es Richtung Osten, Richtung Karibik. Das St\u00e4dtchen<strong> Ciudad de Cuetzalan <\/strong>mit seinen verwinkelten Str\u00e4\u00dfchen, die sich auf dem Weg zu unserem malerischen Hotel auf und ab und links und rechts winden, empfing uns mit einem warmen karibischen Regenguss! Immerhin konnten wir zum Einchecken direkt vor dem Hotel stehen bleiben, das wir dabei den Verkehr v\u00f6llig blockierten st\u00f6rte anscheinend niemanden. Das ist eben Mexico! Unser Auto wurde dann ein paar hundert Meter weiter irgendwo sicher untergestellt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ohne es geplant oder gewusst zu haben, sind wir wie verabredet an einem besonderen Ort zu einem besonderen Zeitpunkt gelandet. Hier wird allj\u00e4hrlich in den Oktobertagen eine unglaubliche Attraktion, die auf alte Zeremonien und Mythen zur\u00fcckgeht, aufgef\u00fchrt. Es wird nichts gro\u00df angek\u00fcndigt und man zahlt kein Eintrittsgeld \u2013 man wei\u00df es einfach und versammelt sich &#8211; und wir mitten drin!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Am Platz vor der Kirche, der einseitig von an ein Amphitheater erinnernden Treppen ges\u00e4umt ist, auf denen Einheimische ihre Waren anbieten, Kr\u00e4uter, Vanille, Stoffe, tropisches Obst und Gem\u00fcse, Holzgegenst\u00e4nde \u2013 ragt ein mit dem Kirchturm konkurrierender Baumstamm in die H\u00f6he, einem Maibaum vergleichbar. Langsam und ohne jegliche Hektik versammeln sich f\u00fcnf Darsteller in einer Ecke des Platzes und beginnen sich, als h\u00e4tten sie sich zu einem Abendkr\u00e4nzchen eingefunden, gem\u00e4chlich umzuziehen. Sie kleiden sich in traditionelle bunte Gew\u00e4nder \u2013 einer von ihnen wird ein Adler mit riesigen Schwingen sein. Tanzend, begleitet von der Fl\u00f6ten- und Trommelmusik des Caporals, der die Sonne symbolisiert, bewegen sie sich auf den Stamm zu und klettern dann einer nach dem anderen v\u00f6llig ungesichert nach oben, wo eine kleine Plattform, ges\u00e4umt von einem quadratischen Ger\u00fcst, gerade Platz genug zum Stehen f\u00fcr nur einen Menschen bietet. Die anderen platzieren sich um das Ger\u00fcst, die Beine gegen den Mast gestemmt. Dort ganz oben vollf\u00fchrt der Adler unter h\u00f6chster Konzentration einen Tanz \u2013 ungesichert auf 31m H\u00f6he &#8211; gr\u00fc\u00dft in alle vier Himmelsrichtungen, beugt sich mit ausladenden Schwingen weit nach hinten, w\u00e4hrend sich die Voladores, die fliegenden Repr\u00e4sentanten der vier Winde, ihre Kn\u00f6chel mit Seilen umwickeln, die dazu bereits feins\u00e4uberlich um den Stamm gewunden vorbereitet gewesen waren. Jetzt bringen sich alle in Position und lassen sich auf ein Zeichen hinten \u00fcber in die Seile fallen. In exakt 13 Umdrehungen \u201efliegen\u201c sie langsam zur Erde, wie ein lebendes Karussell. Damit vollziehen sie nach dem indigenen Kalender der Xiuhmolpilli genau ein Zeitalter. Denn werden die 13 Umdrehungen mit den 4 Voladores multipliziert, ergibt sich die Zahl von 52 Jahren, die ein solches Zeitalter umfasst. Diesen immer noch lebendigen Mythos zur Entstehung der Welt konnten wir hier miterleben!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und schon kehrten wir der feuchten W\u00e4rme, deren kurzes Einatmen all die Erinnerungen an unsere Zeit in der Karibik wach werden lie\u00df, wieder den R\u00fccken und gaben unserem GPS die Koordinaten f\u00fcr <strong>Cantona<\/strong> ein. Schon im 2 Jahrhundert ante domini errichtet geh\u00f6rt sie mit ihrer Fl\u00e4che von f\u00fcnfzehn Quadratkilometern zu einer der gr\u00f6\u00dften mesoamerikanischen arch\u00e4ologischen St\u00e4tten \u2013 erst wenige Prozent der gesamten Anlage wurde bisher ausgegraben. W\u00e4hrend wir durch die Ruinen wandelten, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus \u2013 m\u00fchelos lie\u00df sich das einstige Leben und Treiben in unserer Vorstellung rekonstruieren, die Stra\u00dfen waren noch gut erhalten, hier war einst ein gro\u00dfes Handelszentrum, und Cantonas wichtigste Ware der Obsidian. Wir passierten unz\u00e4hlige Ballspielpl\u00e4tze, von denen es anderswo nur ein oder zwei davon gab, hier jedoch insgesamt 24! Da mussten die Wohnr\u00e4ume der niederen Kasten sein, und dort die besseren Viertel der Reichen, und hierher, zu den f\u00fcr G\u00f6tter errichteten Tempeln hatten nur noch die Priester und Hohepriester an besonderen Festtagen Zutritt. Und jetzt standen wir an eben diesen Pl\u00e4tzen \u2013 nachdem wir gef\u00fchlt hunderte Treppen-Stufen erklommen hatten &#8211; und \u00fcberblickten von den Plateaus der Pyramiden aus das beeindruckende Gel\u00e4nde. So unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich lie\u00dfen wir unsere Drohne steigen um zu Fotografieren und zu Filmen, aber es dauerte nicht lange, und ein aufgeregter W\u00e4chter keuchte die Treppen hoch und wies uns finsteren Blickes auf das \u201eDrohnenverbot\u201c hin. Wir gaben uns ahnungslos und ein paar entschuldigende und freundliche Worte bewegten ihn schon bald dazu, uns mehr \u00fcber die alte Stadt zu erz\u00e4hlen. Immer wieder erleben wir, wie die Kenntnis der Sprache ansonsten verschlossene T\u00fcren zu \u00f6ffnen vermag.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Fast \u00fcbersahen wir die Zeit, wir wollten noch vor Einbruch der Dunkelheit in <strong>Puebla <\/strong>sein \u2013 man ist in Mexico nach Sonnenuntergang nicht mehr so sicher auf offener Landstra\u00dfe, unbeleuchtete Fahrzeuge, Tiere und gro\u00dfe Schlagl\u00f6cher machen das n\u00e4chtliche Autofahren zum Abenteuer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Einmal noch durch Puebla schlendern, das uns nach mehreren Besuchen schon gar nicht mehr fremd ist, die kolonialen Bauten auf uns wirken lassen, gut essen, dem Popokatepetl einen Gru\u00df zuwerfen\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da, pl\u00f6tzlich sehe ich einen Blas, die Font\u00e4ne aus Wasser und Luft holt mich aus dem Schwelgen in den Erinnerungen wieder zur\u00fcck in die Gegenwart. Ist es nicht schon zu sp\u00e4t f\u00fcr die Wale? \u00a0Aber da war ein Buckel! Wir fahren n\u00e4her ran, da zeigt sich der kleine Dicke und schwingt sich mit lautem Prusten unter unser Boot und auf der anderen Seite wieder heraus \u2013 und weg ist er!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>An diesem Tag winken uns noch eine Robbe, eine Schildkr\u00f6te, ein paar springende Rochen und viele Wasserv\u00f6gel zu. Pajaritos (&#8222;V\u00f6gelchen&#8220;,  wie die fliegenden Fische hier liebevoll genannt werden) flattern \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che. Der Anker f\u00e4llt und wir sind angekommen! Dieser Meinung schien auch unser Motor zu sein \u2013 aber das ist eine andere Geschichte!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>( Beitrag von Tadeja, Fotos folgen \ud83d\ude42 )<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach eineinhalb Jahren wieder am Boot! Das sonst so vertraute Zuhause f\u00fchlt sich fast ein wenig ungewohnt an. 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