{"id":2990,"date":"2020-01-24T19:58:31","date_gmt":"2020-01-24T18:58:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kali-mera.net\/?p=2990"},"modified":"2020-01-25T23:00:40","modified_gmt":"2020-01-25T22:00:40","slug":"zurueck-nach-mazatlan-bootsarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kali-mera.net\/?p=2990","title":{"rendered":"zur\u00fcck nach Mazatlan, Bootsarbeiten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um diese Jahreszeit gibt es an der mexikanischen\nPazifik-K\u00fcste \u00fcberwiegend Nordwind. Er weht normalerweise genau so stark, dass\ner f\u00fcr ein komfortables Vorwind-Segeln zu schwach ist (Schaukelei am Weg nach\nS\u00fcden) und wenn man nach Norden zur\u00fcck m\u00f6chte, dann reicht er aus, um die\nStrecke gegen Wind und Welle richtig unangenehm zu machen. Dieser Teil Mexikos\nist kein Revier f\u00fcr Segler die ohne Diesel auskommen wollen.&nbsp; Maximal ein Drittel der Strecke schaffen wir\nes ohne Motor-Unterst\u00fctzung, meistens l\u00e4uft die Maschine mit geringer Drehzahl\nmit und hilft den Segeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bosheit des Universums sorgt daf\u00fcr, dass der Wind genau\ndann, wenn wir zur\u00fcck nach Norden m\u00fcssen, st\u00e4rker wird und wir ohne \u201eein\nWetterfenster\u201c festsitzen. Ungef\u00e4hr alle zwei Wochen gibt es vom Tehuantepec\nherauf eine Front, die an der K\u00fcste f\u00fcr ein bis zwei Tage f\u00fcr einen Windwechsel\nsorgt, und eine solche nutzen wir aus. Die 300 Seemeilen nach Mazatlan fahren\nwir in einem durch und kommen vor der R\u00fcckkehr des&nbsp; Nordwinds wohlbehalten in der Marina an.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir starten sofort die Arbeiten zum \u201eEinsommern\u201c um noch\netwas Zeit f\u00fcr einen Landurlaub ins Hochland von Mexiko zu haben. Drei\nintensive Tage brauchen wir, um unsere Checkliste abzuarbeiten, dabei haben wir\nschon viel Routine und sind \u2013 im Vergleich zu fr\u00fcher \u2013 richtig schnell. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Lagerperiode putzen wir die KALI MERA innen und\nau\u00dfen, die Essens-Vorr\u00e4te schenken wir her, an Lebensmitteln bleiben nur lang\nhaltende Konservendosen an Board, Textilien kommen zur W\u00e4scherei, und die ganze\nTechnik wird serviciert. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum sind die letzten Handgriffe erledigt, sitzen wir auch\nschon im Taxi zum Flughafen, bevor wir wieder zur\u00fcck in den Winter m\u00fcssen haben\nwir zum Akklimatisieren noch einige Tage im Hochland von Mexiko vor uns (Tadeja\nwird dazu im letzten Blog-Beitrag dieser Saison berichten\u2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut F\u00fcnf Wochen haben wir am Boot verbracht, es war eine\nwunderbare Zeit am Wasser, der Aufwand daf\u00fcr ist aber auch enorm. Die KALI MERA\naus dem Sommerschlaf wecken, alles herrichten, Reparaturen, Wartungsarbeiten,\nund wieder f\u00fcrs Lager bereit machen, es geh\u00f6rt eine gro\u00dfe Portion Liebe zum\nSchiff und diesem Lebensstil dazu, um sich das alles anzutun. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich \u2013 vor vielen Jahren \u2013 mit der Idee einer langen Segelreise\nschwanger wurde, jedes mir in die H\u00e4nde gefallene Buch \u00fcber Weltumsegelungen\ngelesen und die Reiseblogs der Weltumsegler sehns\u00fcchtig verfolgt habe, da bin\nich mehrfach auf den Satz \u201eWeltumsegeln hei\u00dft, sein Boot an den sch\u00f6nsten\nPl\u00e4tzen der Welt zu reparieren\u201c gesto\u00dfen.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottseidank macht es mir Freude am Boot herumzubasteln,\nVerbesserungen einzubauen, die Ausstattung zu optimieren, und im Laufe der Zeit\nhat sich auch so einiges an Boots-Know-How angesammelt um so gut wie alles\nselbst machen zu k\u00f6nnen.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Form des Reisens ist oft anstrengend und manchmal sogar ziemlich ungem\u00fctlich, es ist ein gelebter Traum, aber dieser hat seinen Preis. Die KALI MERA ist eine anspruchsvolle Geliebte, sie fordert und ist alles andere als bescheiden, und sie r\u00e4cht sich, wenn sie vernachl\u00e4ssigt wird, man kann sie nicht einfach auf die Seite stellen wie ein Auto, sie ben\u00f6tigt kontinuierliche Aufmerksamkeit. Lebt man ganzj\u00e4hrig am Boot, dann ist es einfacher, weniger komprimiert, es ist dann mehr Zeit verf\u00fcgbar um sich ihr geb\u00fchrend zu widmen. &nbsp;Eigentlich wollte ich hier auch noch auflisten, &nbsp;was so an typischen Service-Arbeiten zu tun sind, aber Tadeja hat mir klar gemacht, dass das niemanden interessiert. Ich habs dann trotzdem geschrieben, aber <a href=\"https:\/\/kali-mera.net\/?p=2971\">hier<\/a> abgelegt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Segelboot  , auch wenn von einer Serie mehrere 1000 St\u00fcck\ngebaut werden, ist immer ein Prototyp, ist nie vergleichbar mit einem Auto, von\ndem Millionen an Einheiten gebaut werden und bei dem Kinderkrankheiten schon l\u00e4ngst\nbehoben sind, wenn es auf den Markt kommt. Boote sind unglaublich wartungsintensiv,\nund das liegt nicht nur am Salzwasser, jedes Boot hat seine Besonderheiten, hat\netwas andere Komponenten, nur Baunummern, die unmittelbar aufeinander folgen,\nsind einigerma\u00dfen gleich. Unsere Amel Santorin mit der Baunummer 120, ein\nausgereiftes Exemplar seiner Gattung, ca 150 wurden insgesamt gebaut, gl\u00e4nzt\ndurch au\u00dferordentlich hohe Verarbeitungsqualit\u00e4t, und dennoch muss man ihre\nganz besonderen Eigenheiten und Vorlieben erst einmal verstehen, um sie bei\nStimmung halten zu k\u00f6nnen. &nbsp;Im Gegenzug\nbekommt man die gute Pflege dann auch wieder abgegolten, durch Zuverl\u00e4ssigkeit\nbei unangenehmen Bedingungen, durch Sicherheit in sonst brenzligen Situationen,\ndurch Komfort der uns das Leben auf so engem Raum oft leichter macht.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich \u2013 wie wir das getan haben &#8211; auf das Abenteuer Blauwassersegeln\neinl\u00e4sst, der muss damit rechnen, dass die Sonne nicht immer scheint, die\nBilder aus den Segelmagazinen nur einen Teil der Wirklichkeit darstellen, der muss\nsich mit der Technik besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen und wollen, darf weder vor der\nMechanik, den Motoren oder der Elektronik zuviel Scheu haben und muss sich hier\nselbst zu helfen wissen, mit Boardmitteln, weil die Dinge dazu neigen, vor\nallem dann nicht mehr zu funktionieren, wenn man irgendwo im Nirgendwo ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben durch dieses Abenteuer viel gelernt, nicht nur \u201eTechnik\u201c, auch Selbstvertrauen und Selbst\u00e4ndigkeit, Unabh\u00e4ngigkeit und Optimismus, Vertrauen darauf, dass wir mit jeder Situation zurechtkommen, auch wenn man keinen Pannendienst rufen kann. \u00a0Es war eine Investition in uns selbst, keine Vergn\u00fcgungsfahrt, sondern ein Weg zu einem neuen Lebenstil, ein Weg, bei dem wir bisher keinen Schritt bereut haben.\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"533\" class=\"wp-image-2999\" style=\"width: 300px;\" src=\"https:\/\/kali-mera.net\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kali-Mera-in-Mazatlan-.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kali-mera.net\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kali-Mera-in-Mazatlan-.jpg 450w, https:\/\/kali-mera.net\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kali-Mera-in-Mazatlan--169x300.jpg 169w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um diese Jahreszeit gibt es an der mexikanischen Pazifik-K\u00fcste \u00fcberwiegend Nordwind. 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