{"id":1430,"date":"2016-12-22T15:11:02","date_gmt":"2016-12-22T14:11:02","guid":{"rendered":"http:\/\/kali-mera.net\/?p=1430"},"modified":"2016-12-22T15:11:02","modified_gmt":"2016-12-22T14:11:02","slug":"boardleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kali-mera.net\/?p=1430","title":{"rendered":"Boardleben"},"content":{"rendered":"<p>Fast vier Wochen sind wir nun schon wieder am Schiff und haben uns richtig gut eingelebt. Zeit einmal ein wenig Revue passieren zu lassen wie unser Boardleben so l\u00e4uft. Es ist ja doch ein Unterschied, ob sich das Seglerleben f\u00fcr ein paar Wochen im Jahr zwischen griechischen oder kroatischen Inseln abspielt oder ob man am Schiff so richtig zu Hause ist. Diesen Wechsel bekommt auch unsere KALI MERA zu sp\u00fcren, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wird sie f\u00fcr ihr Leben als Blauwasseryacht optimiert.<\/p>\n<p>Der wohl gr\u00f6\u00dfte \u201eZubau\u201c ist der Wassermacher, der seit Trinidad nun seinen Dienst versieht. Wie wunderbar, dass wir unser Trink- und Brauchwasser nun \u201efast unbegrenzt\u201c selber machen k\u00f6nnen, wir brauchen dazu nur sauberes Meerwasser, und davon gibt es hier genug. Alle paar Tage werfen wir den Dieselgenerator f\u00fcr ein bis zwei Stunden an und produzieren ungef\u00e4hr 200 Liter wunderbares S\u00fc\u00dfwasser, daneben werden noch die Batterien voll geladen. Durch die boardeigene Entsalzungsanlage sind nun Marinabesuche zum Wasser tanken Vergangenheit, und Tadeja kann jederzeit nach Herzenslust duschen. Zuerst f\u00fcllen wir immer ca. 20 Liter Trinkwasser in Flaschen ab und dann flie\u00dft das saubere frische Wasser in den Tank.<\/p>\n<p>Auch unsere Segelgarderobe haben wir ge\u00e4ndert, den teuren High-Performance North Sails, die die KALI MERA mitgebracht hat, tut die Tropensonne nicht gut, das intensive UV Licht macht sie br\u00fcchig. Eine neue Genua aus Dacron liefert nun guten Vortrieb und ist so ziemlich das haltbarste, was es so am Segel-Markt gibt. Das neue Segel kommt von Ullman Sails aus Trinidad. Gro\u00df und Besan wurden \u201egeneral\u00fcberholt\u201c und sind noch gut im Schuss.<\/p>\n<p>Unser Dinghi namens Binky ist aus PVC, dem \u00fcblichen Material f\u00fcr die preisg\u00fcnstigen Beiboote, die im Mittelmeer verwendet werden. Die karibische Sonne pulverisiert diesen Kunststoff leider, er wird spr\u00f6de und die Klebestellen l\u00f6sen sich bei der Hitze auf. Binky hat diesmal schon einiges an neuem Klebstoff konsumiert (wir hatten schon den Verdacht dass er heimlich schn\u00fcffelt), ist aber so weit noch ganz gut im Schuss, ob er nach dieser Saison noch eine weitere erlebt bevor er in die ewigen Dinghi-Jagdgr\u00fcnde eingeht, das werden wir sehen.\u00a0 Besser geeignet als unser Luftboden-Boot w\u00e4re ein massives Schlauchboot aus Hypalon mit Alu-Boden, aber das bleibt vorerst auf der Wunschliste, so schnell geben wir Binky nicht auf.\u00a0 Mit dem neuen 9,8 PS Motor hat sich unser Binky zum High-Speed Gescho\u00df entwickelt, bei den weiten Strecken die man hier mit dem Dinghi zur\u00fccklegt eine super Sache, auch bei st\u00e4rkerem Wind und Wellen kommen wir flott ans Ziel. \u00a0Vorsicht ist aber bei Gas-geben geboten, Binky ist nur f\u00fcr 6 PS zugelassen und auch wenn ich das als Mindestmotorisierung verstehe muss ich aufpassen, dass ich ihn im Geschwindigkeitsrausch nicht \u00fcberbelasten.<\/p>\n<p>Solarstromerzeugung am Ankerplatz ist ebenfalls ungeheuer wichtig, wir wollen ja nicht t\u00e4glich den Generator und Motor laufen lassen. Ein zus\u00e4tzliches Panel erh\u00f6ht unsere Solarleistung auf 320 Watt, damit sind wir \u2013 an einem sonnigen Tag \u2013 energieautark. Jedes Panel wird \u00fcber einen eigenen Regler mit Solarcomputer angesteuert, ich kann unser Solar-Kraftwerk genau \u00fcberwachen (auch wenn die \u00dcberwachung kein Watt mehr an Leistung bringt, ich habe zumindest das tr\u00fcgerisch sch\u00f6ne Gef\u00fchl dass ich es unter Kontrolle habe).\u00a0 Einen Windgenerator haben wir nicht, w\u00e4re zwar manchmal eine sch\u00f6ne Erg\u00e4nzung aber der Aufwand daf\u00fcr ist uns zu hoch.<\/p>\n<p>\u00c4rger habe ich wieder mit der Boardelektronik, unser Radar f\u00e4llt immer wieder aus, wir hatten es in Trinidad zu Raymarine in die USA zur Reparatur geschickt, funktioniert auch laut Raymarine wunderbar, zumindest an Land in den Staaten, aber nicht hier am Schiff. Stunden \u00fcber Stunden gehen bei der Fehlersuche drauf, es l\u00e4sst sich bisher keine eindeutige Ursache finden.\u00a0 Es kann ja ein ganz anderes Teil die St\u00f6rung verursachen und das Radar f\u00e4llt dann nur aus Protest aus, und das gilt es herauszufinden. Wenn ich die Stunden rechne, die ich schon in das dumme Radar investiert habe, und nur einen Teil davon verrechnen k\u00f6nnte, da k\u00f6nnte ich das halbe Boot mit neuen Radars tapezieren so dass wir ausschauen wie ein Fern-Aufkl\u00e4rer der NASA.<\/p>\n<p>Aber au\u00dfer dem Radar funktioniert alles wunderbar, ein seltenes Erlebnis auf einem Schiff. Unsere Wahl f\u00fcr eine Amel hat sich als v\u00f6llig richtig herausgestellt, je l\u00e4nger wir unterwegs sind umso lieber wird uns die KALI MERA und wir sch\u00e4tzen immer mehr die ganze so wunderbar durchdachte Konstruktion. Wir haben kein Rennschiff aber f\u00fcr uns eine nahezu perfekte Blauwasseryacht.<\/p>\n<p>Wir lesen sehr viel, die elektronische Boardbibliothek w\u00e4chst durch regen Tausch mit anderen Seglern kontinuierlich und umfasst zwischenzeitlich so um die 30.000 B\u00fccher, auch wenn oft ein Buch pro Tag in die kleinen grauen Zellen hineingelesen wird so bleibt immer noch ausreichend Potential f\u00fcr die n\u00e4chsten 100 Jahre, oder wenn man den Schund nicht mitlesen m\u00f6chte dann halt f\u00fcr die n\u00e4chsten 50. Das Lesen an Board, unter dem Sonnenschutz im Cockpit sitzend, leicht schwojend mit wechselnder Aussicht, das ist richtig gro\u00dfes Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Wenn wir &#8211; wie hier in Sainte Anne \u2013 in einer Ankerbucht liegen, dann fahren wir normalerweise t\u00e4glich mit dem Dinghi an Land, zum Einkaufen, Spazierengehen und um ins Internet zu kommen. Ich finde es sehr angenehm, dass wir an Board kein Internet haben und das Surfen uns nur eine bestimmte Zeiteinheit in einem Cafe in Beschlag nehmen kann. Wetterbericht, Nachrichten, mails, ein paar Z\u00fcge beim Fernschach, Blog-Wartung, diverse Recherchen und das wars dann schon wieder bis zum n\u00e4chsten Tag\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast vier Wochen sind wir nun schon wieder am Schiff und haben uns richtig gut eingelebt. Zeit einmal ein wenig Revue passieren zu lassen wie unser Boardleben so l\u00e4uft. 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