Endspurt Unterwasserschiff

Der neue Termin fürs „Wassern“ steht fest: am 7.5. um 11:30 kommt die Kali Mera wieder ins Wasser. Dann werden die Masten gestellt und das Schiff segelfertig gemacht.

Die Arbeiten am Unterwasserschiff gehen noch in gewohnter Desorganisation voran, aber die Schwierigkeiten beim Planen der einzelnen Arbeitsschritte werden durch besonderes Engangement ausgeglichen, ein Motivationsgespräch zwischen mir und Tuncay, bei dem Begriffe wie „Preisabzug“, „es reicht“, „Kostenübernahme Hotel“, „Mehrkosten Marina“, „Terminverzug“ und ähnliche zu hören waren hat wohl etwas beigetragen. Um  Mitternacht taucht die ganze Mannschaft plötzlich auf um im Schein der Handy-Leuchten weiterzumachen.  Ich habe dann mit Stirnleuchte für Sevket und Taschenlampen ausgeholfen um zumindest für Licht zu sorgen.

Und die Aktion war erfolgreich, als dann – ganz überraschend wenn auch langsfristig vereinbart – am nächsten Tag der Kran gekommen ist waren zumindest drei Anstriche und einnmal Spachtelmasse auf der Unterseite vom Kiel.  Jetzt fehlen nur noch zwei.

Bis  Mittwoch Abend  wird nun alles fertig gemacht, Sevket und ich haben einen detaillierten Plan erstellt damit sich alles ausgeht, dieser wurde dann zwar zwei Stunden später von Sevket wieder auf den Kopf gestellt weil ihm ein zusätzlicher Spachtelvorgang als notwendig erschienen ist, aber es ist ein Ende in Sicht.

Seit Sonntag Früh ist nun endlich auch Tadeja an Board, daheim in Österreich ist alles erledigt, wir sind aufs Schiff übersiedelt.

Aam Samstag hatte ich noch Boots- Innen- und Außenputz, damit wir uns wohlfühlen können (das Sandstrahlen ist ja nun vorbei und der große Staub auch), wir machen es uns gemütlich und in wenigen Tagen werden wir starten können,

Interprime für den Kiel wird im Lampenlicht gemischt
Interprime für den Kiel wird im Lampenlicht gemischt
Nach der Kranaktion wieder "on hardstanding"
Nach der Kranaktion wieder „on hardstanding“
Interprime für den Kiel wird im Lampenlicht gemischt
Interprime für den Kiel wird im Lampenlicht gemischt
Nachteinsatz - Anstrich 3 Unterseite Kiel
Nachteinsatz – Anstrich 3 Unterseite Kiel

Sandstrahlen

Gestern wurde die Kali Mera hochgehoben damit der Kiel frei wird.  Diesmal selbst organisiert, weil Tuncay kostenoptimierend andere Pläne hatte und das ganze erst heute starten wollte.  Das Tempo nun selbst vorzugeben hat sich als „goldrichtig“ herausgestellt, auch wenn es eine Diskussion dazu mit Tuncay gab.  Der Ablauf war dann ungefähr wie folgt:

Mittwoch:

  • 09:00  Nachfragen bei Tuncay wann der Kran kommt, keine Antwort
  • 10:00 Nachfragen bei Sevket wann der Kran kommt – Antwort: noch unklar, der Kranfahrer weiss noch nicht
  • 10:30 Nachfragen gemeinsam mit Basar beim Kranfahrer – Antwort: heute abend oder morgen
  • 11:00 Information an Tuncay und Sevket mit der Bitte alles vorzubereiten (Folien, Kompressor, Lampen – weil ja in der Nacht gearbeitet werden soll) – Antwort: Sevket hat mit dem Kranfahrer gesprochen, er kommt sicher erst morgen
  • 12:00 Der Kran ist vor der Kali Mera, sie wird sofort hochgehoben.
  • 12:15 Begeisterung bei Sevket und Aufregung bei Tuncay, weil nichts vorbereitet ist. Tuncay holt den Sandstrahl Experten und verspricht in 2 Stunden hier zu sein
  • 13:00 Sevket bereitet die Utensilien vor (Kompressor etc.)
  • 14:00 Kompressor geht nicht weil kein Strom vorhanden, es muss eine eigene Karte gekauft werden
  • 14:30 der Kompressor läuft, klinggt aber schon ziemlich altersschwach
  • 16:00 Tuncay kommt mit dem Sandstrahl-Meister und Plastikfolien, es wird nun vorbereitet
  • 17:00 Es wird gestartet, aber der Kompressor ist viel zu schwach. Sevket organisiert einen anderen von Özbek.
  • 17:30: der neue Kompressor ist hier, aber die Anschlüsse fehlen. Werden organisiert.
  • 18:00: Das Sandstrahlen beginnt. Aber: der Sand ist wohl nicht richtig und der Kompressor zu schwach
  • 20:00: Es geht sehr langsam voran und nun wird es dunkel. Es gibt aber keine Lampen. Daher: Krisenmeeting und Abbruch. Morgen Früh soll es zeitig weiter gehen weil der Kran soll vormittags wieder weg

Donnerstag:

  • 09:30: Kemal startet mit dem manuellen Schleifen um vorzubereiten bis das Sandstrahl Team kommt
  • 11:00: es wird wieder sandgestrahlt, mit neuem Sand, es geht besser
  • 14:00: der Boden vom Kiel ist fertig, erste Schicht mit Primer
  • 14:30: Gespräch in der Marina – der Kran muss unbedingt heute weg und es muss noch einmal gezahlt werden damit er am Abend wieder kommt
  • bis 20:00 wird sandgestrahlt, der Kran ist nicht weggekommen und bleibt auch morgen noch da. Die Extra-Zahlung war wohl umsonst.  Ein Großteil ist nun fertig und „eingeprimert“.  Wir sind das erste Mal seit fast 2 Wochen im Plan. Morgen Früh geht es weiter…
Der Rumpf in Plastik eingehüllt
Der Rumpf in Plastik eingehüllt
der erste Kompressor, leider asthmatisch
der erste Kompressor, leider asthmatisch
Sandstrahlen
3 Stunden Sandstrahlen unter dem Kiel

große Schiffe im Wasser und ein kleines am Land

Heiß ist es geworden, die Sehnsucht nach dem Meer steigt. Langsam gehts mit der Kali Mera voran, täglich gibt es einen neuen Anstrich, und morgen – zumindest ganz fest versprochen – kommt der Kran und hebt das Schiff hoch, damit der Kiel sandgestrahlt werden kann. Ich habe nun einen genauen Plan was jeden Tag gemacht werden muss und greife in die Koordination selbst ein, erste Früchte daraus zeigen sich schon.

Kusadasi wird fast jeden Tag von großen Kreuzfahrt-Schiffen angelaufen, beeindruckend der Großsegler, dieser hatte (vor dem Foto) sogar noch Segel gesetzt.  Die Stadt erwacht nun aus dem Winterschlaf. Rundum blüht es und die gepflegte Uferpromenade lädt zum Spazieren ein.

der zweite Gelshield 200 Anstrich, nun in grün
der zweite Gelshield 200 Anstrich, nun in grün
Riesen-Schiff voller Ephesus Besucher
Riesen-Schiff voller Ephesus Besucher
Luxus - 4-Master Kreuzfahrschiff
Luxus – 4-Master Kreuzfahrschiff

Und dann – ganz plötzlich – ist plötzlich der Kran da. Früher als angekündigt. Natürlich ist nichts vorbereitet. Aber jetzt hängt es nur noch von Tuncay und Sevket ab…

Kali Mera hoch in der Luft
Kali Mera hoch in der Luft

es geht voran

Nach einem gut vorbereiteten „Krisenmeeting“ mit Tuncay konnten die wesentlichen Auffassungsunterschiede zu den vereinbarten Reparaturen bereinigt werden. Es wird nun alles so gemacht, wie ich mir das vorgestellt habe. Der Kiel wird sandgestrahlt, die Wartezeiten werden eingehalten, es wird wohl etwas länger dauern als ausgemacht dafür aber in der vereinbarten Qualität gemacht werden.

Die Arbeiten, die ich selber erledigen kann (Gangway streichen, Verkabelung erneuern, Winchen servicieren …) gehen gut voran, bin schon fast mit allem fertig – allerdings nur fast, weil mir ja jeden Tag neue Punkte einfallen 🙂

Zwischenzeitlich ist es in Kusadasi Sommer geworden. Die kurze Hose, das T-Shirt und die Sonnencreme hat wieder Saison. Heute hatte es schon 29 Grad, morgen wird es wohl 30 erreichen. Auch die Nächte sind nicht mehr so kühl.  Das Wohnen am Boot hoch über dem Wasser wird damit schon viel gemütlicher.  Ich denke dass wir in ca. einer Woche, max. 10 Tagen wieder in See stechen können.

Die erste (von fünf) neuen gelshield-Schichten wird aufgetragen
Die erste (von fünf) neuen gelshield-Schichten wird aufgetragen

 

Warten auf Tuncay

Samstag war Abreisetag in die Türkei, ab Sonntag sollte es mit den Arbeiten am Unterwasserschiff weitergehen. Wir haben dazu Tuncay beauftragt, er war uns zwar sehr sympathisch, aber ganz sicher waren wir nicht ob er der richtige Partner dazu sei. Er wurde uns dann jedoch wärmstens empfohlen und viel Auswahl gab es auch nicht.

Der Zeitplan bis zur „Wasserung“ war mit Tuncay exakt abgestimmt, viel Arbeit wartet und muss zügig erledigt werden damit sich das bis zum 2. Mai ausgeht.  Herbert war auch pünktlich am Boot, nur Tuncay tauchte nicht auf. Dafür waren die vereinbarten Vorbereitungsarbeiten (Reparatur am Ruder und am Auspuff) nicht erfolgt bzw. so unprofessionell, dass das wieder rückgängig gemacht werden musste. Kein optimaler Einstieg.  Am Montag tauchte Tuncay nach Urgenzen und Telefonaten dann auf und versprach mit allem sofort zu starten. Es kam dann auch wirklich am Montag ein Arbeiter von Tuncay und begann „den Pfusch“ zu korrigieren. Ab Dienstag sollten dann 2 Personen am Schiff arbeiten. Dienstag: Kein Tuncay, kein Arbeiter, aber dann um Mittags auf meinen Anruf die Information sie hätten eine Reifenpanne auf der Autobahn, aber bald… . Abends kommt dann ein Arbeiter und macht einige Handgriffe, dann die Info dass am Mittwoch Früh die ganze Mannschaft hier wäre. Mittwoch der gewohnte Anblick: Kein Tuncay, kein Arbeiter, erst nachmittags ein kurzes Intermezzo zur Reparatur des Ruders, diese immerhin in passender Qualität. Am Donnerstag solle es dann losgehen. Am Donnerstag das übliche Bild, nun hat Herbert das Vertrauen völlig verloren und es reißt ihm die Geduld, er prüft alle Produktdatenblätter für die geplanten International Produkte, rechnet die Mindest-Wartezeiten aus, siehe da – mindestes 2 Wochen dauert das ganze Vorhaben wenn alles reibungsfrei läuft! Der urspüngliche Plan war also gar nicht schlecht.  Krisengespräch mit Tuncay – Ergebnis: keine Sorgen, die Mindestwartezeiten bestehen nur am Papier, der Meister kann das besser einschätzen, Sonne, Wind und Luftfeuchtigkeit spielen mit, – und die Erfahrung des Meisters. So seien sie auch von „International“ geschult. Herbert kontaktiert „International“, den Hersteller der Harze und Lacke, Ergebnis: die Mindestwartezeiten sind unbedingt einzuhalten, unabhängig von Trockenheit und Sonne.  Gestern abend ein Lichtblick:  der lange versprochene Arbeiter zum Abschleifen des Kiels taucht auf und müht sich stundenlang mit dem Winkelschleifer den gusseisernen Kiel spiegelblank zu schleifen. Es ist aber aussichtslos, hier muss Tuncay doch den versprochenen Sandstrahler bringen. Es wird wohl etwas länger dauern, jetzt ist Samstag und weder Tuncay noch sein Arbeiter waren bisher zu sehen…

Aber: Das Wetter ist schön, die Sonne lacht, es wird jeden Tag wärmer und es stellt sich langsam Urlaubsstimmung ein. Der nette alte Mann, der beim Eingang zur Marina Sesamkringel verkauft, wünscht Herbert schon jeden Tag einen „Guten Morgen“. Wir haben ja Zeit  🙂

Kali Mera in Kusadasi - Trockendock
Kali Mera in Kusadasi – Trockendock
Schiff auf dem Trockenen -Blick in den Hafen
Schiff auf dem Trockenen -Blick in den Hafen

 

Vorbereitungen, Vorbereitungen …

Wir sind mitten in den Vorbereitungen für die Abreise.  ToDo-Listen werden erstellt und Stück für Stück abgearbeitet.  Es gibt eine für die Kali-Mera, eine fürs Haus, eine für unser Wochenend-Domizil, eine für…   Und die Listen werden eher länger als kürzer.

Im Jänner wurde die Kali-Mera von Ihrem alten Antifouling und dem alten Gelshield befreit. Tagelanges Schleifen und Kratzen war nötig um das Gelcoat freizulegen. Das Unterwasserschiff ist einwandfrei, aber kleine Laminat-Reparaturen sind nötig bevor Mitte April der Osmose-Schutz neu aufgebaut wird und das Antifouling erneuert wird. Die Schleifarbeiten wurden von Herbert kontinuierlich überwacht, zu groß ist das Risiko dass hier schlampig gearbeitet wird ohne dass man das später kontrollieren kann.

Die Masten wurden gelegt, geschliffen, grundiert und warten nun auf den letzten Anstrich, das stehende Gut wird mit Originalteilen ersetzt, die Elektronik hat Herbert auf Raymarine umgerüstet und neu verkabelt, der Volvo Penta serviciert und mit neuen Ventilen ausgestattet und eine ganze Reihe von Verbesserungen  eingebaut. Die Kali-Mera Liste wird deutlich kürzer, aber es ist immer noch einiges zu tun.

staubig!
Entfernen altes Antifouling und Osmoseschutz
viele Schichten an altem Antifouling und 6 Sichten Gelshield
viele Schichten an altem Antifouling und 6 Schichten Gelshield

Daheim wird der Keller geräumt und entrümpelt, unsere persönlichen Sachen in Kisten und Kästen verpackt werden und das Haus für die Familie von Herberts Bruder, die bis Ende 2016 dort wohnen wird,  vorbereitet werden.

Neben den Abschluss-Arbeiten gibt es viele Treffen mit Freunden zum Abschied Nehmen, wir haben eine intensive Zeit.

 

 

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