Menorca

Jetzt sind wir schon fast eine Woche hier in „unserem Porto Addaya“ und ankern mitten in dem kleinen See der glücklicherweise einen Meer-Zugang hat. Jedenfalls ist das Gefühl wie auf einem See, so ruhig und verträumt ist es hier. Wir kennen die anderen Jachties, an jedem Abend gibt es eine andere Einladung zum Wein, wir haben auch ein Stammlokal und zu guter Letzt vielleicht sogar die Möglichkeit hier eine der raren Muring-Tonnen als Dauerliegeplatz zu erwerben. Ein paar Tage noch und wir werden hier sesshaft, also müssen wir schleunigst weiter. Der heutige Aufbruch wurde nun durch starke Gewitter wieder abgebrochen, nächster Versuch ist für morgen Früh anberaumt. Unser Boardalltag ist hier sehr beschaulich: Schlafen bis die Sonne in der Nase kitzelt, Frühstücken mit Joghurt, Früchten und Tee, etwas später Kaffee mit Keksen und dann geht der Arbeitstag los. Einkaufen, Heimwerken am Schiff (da gibt es ja immer was zu tun), Ausflug mit Moped oder Dinghi, Schwimmen, Zusammenräumen, Kochen fürs Abendessen und dann Besuche machen. Mit kleinen Variationen könnte das noch lange so weitergehen. Besonders hat es mir die Unterwasserwelt angetan, seit Kindertagen in Griechenland habe ich kein so intaktes Meer mehr gesehen. Überall Leben, bunte Steine mit farbigen Bewuchs, Seeanemonen, Schnecken und eine Vielzahl von Fischen, bunt und neugierig. Den grauen Samt-Bewuchs, der die Küsten von Kroatien, Griechenland und der Türkei überzogen hat, gibt es hier nicht, es sieht so aus wie auf Thassos vor 35 Jahren. Die Segler-Gemeinde hat sich auch von der Zusammensetzung her geändert, es sind hier keine Charterbote vor Anker sondern hauptsächlich Langfahrt-Segler, die wie wir nach Westen wollen oder gerade von der Karibik wieder nach Europa zurückgekommen sind. Manche Schiffe haben wir bereits in Italien gesehen, wir haben den selben Weg.

Wir sind nun seit über vier Monaten unterwegs, die Zeit ist sehr schnell vergangen. Beim Reisen mit dem Schiff entwickelt sich auch eine gewisse Routine, der Tagesablauf wird stark von der Natur und den Wetterbedingungen beeinflusst. Die Tage vergehen schnell aber wir haben viel Zeit zu zweit und für uns, sind ständig in der freien Natur und leben einfach ohne den herkömmlichen Luxus, aber mit allem was wir brauchen. Langsam verändert sich unser Blickwinkel auf unser „altes“ Leben, wir haben so viel Zeit um uns mit uns selbst zu beschäftigen ohne die früheren Ablenkungen dass dies einfach Folgen haben muss 🙂

Menorca, Tadeja vor Konditorei
Menorca, Tadeja vor Konditorei
Menorca, unzufriedener Herbert wegen unverschämtem Tourismus-Nepp
Menorca, unzufriedener Herbert wegen unverschämtem Tourismus-Nepp
Menorca, Cafe
Menorca, Cafe
Menorca, Klippen bei Ostwind
Menorca, Klippen bei Ostwind
Menorca, Ankerplatz bei Ostwind
Menorca, Ankerplatz bei Ostwind
Menorca, kommt das Gewitter (Fragezeichen)
Menorca, kommt das Gewitter (Fragezeichen)
Menorca, ja, es kommt
Menorca, ja, es kommt

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