Sardinien – Cagliari

Nach einigen Tagen auf den Liparischen Inseln (die auch Äolische Inseln heißen, hier hat Äolus den Gegenwind in einen Sack gesteckt und dem guten Odysseus zum Geschenk gemacht damit er endlich heim segeln kann, aber seine griechische Mannschaft hat ja knapp vor dem Ziel so eine Art Volksabstimmung gemacht und in den Sack hineingeschaut, – und weg waren sie wieder von Ithaka…) stechen wir wieder in See und nehmen Kurs auf Sardinien. Mittags lichten wir auf Vulcano den Anker und lassen noch einmal die gewaltige Natur-Kulisse auf uns wirken, die rauchenden Vulkane, die hier aus dem Meer ragen, sind einzigartig. Wir haben eine kräftige Brise und rauschen hart am Wind mit zwei bis drei Meter Wellen und guter Krängung Richtung Westen. Später dreht der Wind, wird schwächer und fällt achterlicher ein, wir müssen also einiges motoren um rechtzeitig vor dem angesagten kräftigen Mistrale Sardinien zu erreichen, gegenan hätten wir da wenig Chance gehabt. Nach den geplanten 48 Stunden laufen wir in Cagliari ein, diesmal wollen wir alles richtig machen und bereiten uns mit dem Hafenhandbuch gut vor und checken vorab telefonisch Liegeplatz und Preis ab. Etwas erschwert wird die gründliche Recherche durch unser überaltertes Hafenhandbuch, das ich in einem Anfall von Sparsamkeit bei Amazon gebraucht erworben habe, und in den letzten 20 Jahren hat sich in Italien doch einiges geändert… Wir suchen uns also die Marinas im Handbuch heraus, googlen die Telefonnummern und fragen uns durch. Marina vom Yachtclub Italia – „gibt’s nicht mehr“, aber wir sollen doch bei Motomar anrufen. Aah – , Motomar, da steht im Führer „Liegeplätze mit jeglichem Komfort“, dort sind wir dann auch erfolgreich, – „ja, Liegeplatz ok, Preis ok“. Im riesigen Hafen von Cagliari suchen wir dann die Motomar Marina mit allem Komfort – es schaut alles ganz anders aus als in unserem Handbuch. Statt dem kleinen Stadthafen gibt es eine moderne Marina, zwei weitere große neue Anlagen im Osten, und im Westen einen Industrie-Friedhof mit Schiffswracks und einer Werft im Stil eines Stützpunktes der russischen Eismeer-Flotte. Die Motomar-Marina muss also wo anders sein, wir rufen an und fragen wo sie sich denn verstecken. Und – es hat ja so kommen müssen – ich habe also in Vladivostok den Liegeplatz reserviert. Wir gehen am Ende eines langen Schwimmsteges längsseits, rund um uns Schiffe in allen Stadien der Auflösung sowie ein Vogelparadies, Reiher, Kormorane, Möwen. Wir werden äußerst freundlich empfangen, die Rezeption wird für uns aufgeschlossen und wir checken ein. Letztendlich bleiben wir hier dann einige Tage, es ist gemütlich, ruhig und sicher, wir fühlen uns wohl und es ist mit Wasser und Strom sehr bequem. Tagsüber wird auf anderen Schiffen gearbeitet und manche der Wracks sind dann plötzlich bewohnt, neben uns wird eine wunderschöne alte Holzjacht restauriert. Mit den Rädern sind wir in 10 Minuten im Zentrum, und wenn wir nach der Sperrstunde ins Internat zurückkommen wollen müssen wir über den Zaun klettern und uns am Hund vorbeischwindeln. Wir haben den idealen Platz gefunden, um Sardinien zu besichtigen, erkunden mit dem Rad die Umgebung und die Cagliari-Kulinarik und kommen am Abend satt und zufrieden zur KALI-MERA zurück um in unserem Schiffs-Loft einen Gute-Nacht-Drink zu nehmen, garantiert niemand wird uns dann bis zum nächsten Mittag stören.

Überfahrt nach Sardinien, Besan-Ballooner
Überfahrt nach Sardinien, Besan-Ballooner
Liparische Inseln, Vulkane im Meer
Liparische Inseln, Vulkane im Meer
Cagliari, Motomar
Cagliari, Motomar
Cagliari, Motomar Liegeplatz
Cagliari, Motomar Liegeplatz
Cagliari, Flamingos
Cagliari, Flamingos
Cagliari, irgendeine Kirche
Cagliari, irgendeine Kirche
Cagliari, Blick von der Oberstadt
Cagliari, Blick von der Oberstadt
Cagliari, irgendwo
Cagliari, irgendwo
Cagliari, Altstadt
Cagliari, Altstadt
Cagliari, Park
Cagliari, Park
Cagliari, Promenade
Cagliari, Promenade
Cagliari, Radausflug
Cagliari, Radausflug
Cagliari, Speedy Gonzales
Cagliari, Speedy Gonzales
Cagliari, Templum
Cagliari, Templum
Cagliari, Nachbar
Cagliari, Nachbar

3 Antworten auf „Sardinien – Cagliari“

  1. na endlich, ich kann doch nicht alle 2 Stunden den Laptop aufdrehen um euch zu suchen!
    Super macht ihr das, ich bin echt stolz auf euch!!!

    Alles Liebe Gerhard

  2. Ihr Lieben
    Auf dem Bild mit dem Besan Balloner ist ersichtlich, dass ein gewisser Schlendrian Einzug gehalten hat: während der Überfahrt werden die Fender nicht mehr verstaut, sondern einfach auf dem Deck liegen gelassen! Ich bin doch sehr erstaunt… 🙂
    Morgen fliege ich zurück nach Kuşadası. Mit mir die grösste Crew, seit ich die Heureka habe: Meine Schwester, die in den USA lebt, hat bei mir angeheuert, um ihren 60. zu feiern – und mit ihr halb Chicago. Es hat wenig geholfen, wieder und wieder zu betonen, dass eine AMEL Santorin nur 7 Liegeplätze hat. Was soll’s, wir werden das Kind schon schaukeln.
    Liebe Grüsse und weiterhin gute Fahrt – Daniel

    1. Lieber Daniel, ja, das mit den Fendern ist nicht so unsere Stärke :-). Wünschen Dir viel Spass mit der riesigen Crew, wird sicher super. Habe eh noch eine Frage an Dich: beim Besan-Fall oben ist so ein Metall-Bügel am Mast, gehört da das Fall innen oder außen drum geführt? Hast Du ein Foto wie das bei Dir ist? lg aus Sardinien, vorm Aufbruch nach Spanien

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