Peloponnes, Zakynthos, Ithaka und Kefalonia

Inzwischen haben wir ‚in großen Schritten‘ die Peloponnes ganz umrundet und sind in den uns vertrauten Ionischen Inseln angelangt. Die erste Anlaufstelle nach der Umrundung des dritten Fingers ist die Bucht Ormos Levki auf der vorgelagerten Insel Elaphonisos. Während unser Schiff lautlos dahinsegelt, überraschen wir eine riesige Meeresschildkröte, die erschrocken ihren Kopf hoch aus dem Wasser hebt und dann untertaucht. Toll, so ein Tier in seinem natürlichen Umfeld beobachten zu können! Dafür sind kaum Delphine zu sehen, was mich bedrückt – sie werden in den überfischten Meeren einfach immer weniger. Nur einmal noch haben sie einen kurzen ‚Erkundungsschwimm‘ um unser Boot gemacht und sind dann auf ihrem Weg weitergezogen.

Nach unserem neuen asiatischen Morgenritual, das mir meinen ersten Yogaschüler beschert hat (nämlich meinen Kapitän persönlich), einem üppigen Frühstücksjoghurt mit herrlichen griechischen Pfirsichen, Honig und Nüssen machen wir uns auf den Weg zum mittleren Finger, der Mani. Auch die ist uns von unseren früheren Campingreisen in „guter“ Erinnerung geblieben – durch die Geschichte über die verfeindeten Familien in ihren eigenwillig gebauten ‚Wohntürmen‘, die von den Familienfehden der wilden, wehrhaften und untereinander zerstrittenen Maniaten zeugen. Auch von Porto Kayio, unserem neuen Ankerplatz aus, sind solche Geschlechtertürme und eine noch bewohnte und gepflegte Abtei zu sehen, die mit der untergehenden Sonne in Dunkelheit versiegt – die Mönche gehen mit der Sonne zu Bett. Als ‚Drüberstreuer‘ eine herrliche Vollmondnacht. Der Mond wirft silbriges Licht über das spiegelglatte Meer, der nächtliche Blick von der am äußersten und höchsten Felsen erbauten Kirche des Ag. Nikolaos war atemberaubend – eingetaucht in die Stille der Nachtgeräusche.

Wir wundern uns, dass uns unterwegs kaum Boote begegnen, über lange Strecken hinweg sind wir das einzige Schiff. Koroni ist unsere nächste Station. Von weitem schon werden die mächtigen Wehrmauern der im türkischen und venezianischen Stil erbauten Burg sichtbar. Gemeinsam mit Methoni, einer weiteren Burganlage auf dem ersten Finger, werden sie die Augen des Peloponnes, früher die Augen des venezianischen Reichs genannt. Ein treffender Vergleich. Beide Anlagen sind beeindruckend und weit ins Meer hinaus befestigt und dadurch gute Beobachtungsstellen. In Koroni wird noch einmal ein Fußmarsch unternommen, um bei einer Tankstelle Benzin für unser Dinghi zu besorgen. Von Touristen ist sowohl in Koroni als auch Methoni nicht viel zu sehen.

Das ändert sich schlagartig, als wir nach einem langen Schlag nach Norden die südlichste ionische Insel erreichen – Zakynthos. Die weitläufige Schildkrötenbucht wird unsere Auserwählte, die wir uns mit mehreren anderen Yachten teilen. Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz, da die Schildkröten in den Sommermonaten hier ihre Eier ablegen, sie im warmen Sand vergraben und dann ihre Kinder ihrem Schicksal überlassen. Die kleinen frisch geschlüpften Schildkröten, mit noch weichem Panzer, müssen dann so schnell wie möglich zum Wasser krabbeln und das Weite im offenen Meer suchen.

Aus diesem Grund darf nur in einem kleinen Bereich im westlichen Teil der Bucht geankert werden. Die Landschaft ist umwerfend, das Wasser glasklar und schillert in allen Blau- und Türkis-Schattierungen. Gleich bei der Einfahrt werden wir von einer Robbe begrüßt. Schildkröten sehen wir bis auf eine flüchtige Sichtung keine. Das wundert uns nicht mehr, als wir beim Landgang mehrere Reihen von Mietbooten entdecken, mit denen man auf Schildkrötensuche gehen kann.

Eine weitere Attraktion ist eine kleine Insel mitten in der Bucht, die rundherum ausgehöhlt ist und an einem Ende mit dem schönsten ‚tropischen‘ Sandstrand aufwartet. Auch hier sind die Schildkrötengelege mit kleinen Holzgestellen und Absperrungen geschützt. Am nächsten Vormittag erkunden wir die mit dem Dinghi befahrbaren Höhlen – faszinierende Kreationen der Natur! Nach der Rundfahrt lassen wir uns in den warmen weichen Sandstrand sinken und uns mitten unter der ‚Menschen-Pinguinkolonie‘ die Sonne auf den Bauch scheinen. Wir beschließen, noch einen Tag zu bleiben um danach in Kioni auf Ithaka wieder Freunde zu treffen.

Wir sind ganz schön erstaunt, als dort auf unserem einstmals etwas abseits gelegenen Ankerplatz mit Landleine ganze Flottillen die felsige Umrahmung des kleinen Ortes unter den drei alten Mühlen bevölkern. Wir finden trotzdem einen beeindruckend schönen Platz direkt unter den Mühlen. Wir suchen Swein, den Herbert, noch bevor die Reise richtig begonnen hatte, in Kusadasi kennengelernt hat, der jetzt mit seiner Frau Kristin, seinem Bruder und dessen Frau auch hier Urlaub macht. Wir verbringen einen netten gemeinsamen Abend bei Wein und zartestem Lamm aus dem Ofen. Und noch einen weiteren in Fiskardo auf Kefalonia, wo sich noch Sweins Tochter Katharina dazugesellt. Sogar das enge Fiskardo – der ganze Ort mit seinen bunten und alten Häusern steht unter Denkmalschutz – bietet einer unvorstellbaren Menge an Schiffen Platz. Und dennoch verlieren sich die Menschen in den schmalen Gassen und es stellt sich auch hier nicht das Gefühl von einer touristenüberfüllten Hochsaison ein – was uns ja nicht wirklich etwas ausmacht.

Abendstimmung Mani

Abendstimmung Mani

Abtei auf Mani

Abtei auf Mani

Ankerplatz auf Mani in der Nacht

Ankerplatz auf Mani in der Nacht

Mani im Mondlicht

Mani im Mondlicht

Kap Tainaro

Kap Tainaro

Koroni-City

Koroni-City

Methoni-Sundowner

Methoni-Sundowner

Raumschiff Entenprise

Raumschiff Entenprise

neuer Ballooner in Action

neuer Ballooner in Action

Zakynthos - Schildkröten und Pinguinstrand

Zakynthos – Schildkröten und Pinguinstrand

Zakynthos - noch eine Höhle

Zakynthos – noch eine Höhle

Zakynthos - Kioskboot

Zakynthos – Kioskboot

Zakynthos - Höhle

Zakynthos – Höhle

Zakynthos - Erkundungsfahrt

Zakynthos – Erkundungsfahrt

Fiskardo-Abendtrunk

Fiskardo-Abendtrunk

griechisches Gulasch :-)

Fiskardo – Stifadogedenken

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6 Responses to Peloponnes, Zakynthos, Ithaka und Kefalonia

  1. Daniel Frey sagt:

    Ihr Lieben
    Der neue Ballooner in Aktion gefällt mir natürlich! Und ich sehe, Herbert legt Wert darauf, dass sein T-Shirt Ton in Ton mit seiner blauen Umgebung ist…
    Herzliche Grüsse aus Zürich – Daniel

    • herbert sagt:

      lieber daniel, wir haben beim bergen auch nur ganz wenig kaputtgemacht, die neuen edestahl-abweiser oben bei der genua bekommen wir morgen, hier auf lefkas wissen wir schon wo edelstahl-abeiten gemacht werden. wir haben das fall beim segel einrollen eingeklemmt … 🙂 . heute haben wir auch den örtlichen aluminium-schweisser ausfindig gemacht und die badeleiter ist wieder so wie sie sein soll.

      der ballooner passt gut, ist ein tolles segeln mit den beiden bäumen draussen! am mittwoch gehts weiter nach italien

  2. Mateja sagt:

    In kje je Finikunda?

  3. gerald sagt:

    War das DAS Stifado Restaurant ?

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