zurück in Poros

Ausgestattet mit reichlich Bargeld – am Montag soll es vertrauenswürdigen Quellen zufolge (Täglich Alles, Krone, Ubahn Express…) ja zum Bank-Run kommen – reisen wir wieder ins Land von Aphrodite und Dionysos. Das Flugzeug ist bis auf den letzten Platz voll, die Urlaubszeit hat begonnen. Mit dem Bus geht es weiter nach Piräus, dort warten wir auf den Flying Dolphin der uns nach Poros bringen soll. Wir haben in weiser Voraussicht schon vor drei Wochen Tickets gekauft weil man uns erklärt hat, der Dolphin sei immer ausgebucht. Im Dolphin drinnen gibt es dann einige ratlose Gesichter, die Platztickets wurden anscheinend von unterschiedlichen Agenturen doppelt ausgestellt, die Plätze sind besetzt. Nachdem der Dolphin aber schließlich nur halbvoll wird gibt es kein Problem, wir stellen uns aber die Diskussionen vor wenn in einen ausgebuchten Dolphin nochmals 100 Leute einsteigen und darauf bestehen ihre Plätze zu bekommen J

Unser Schiff ist noch hier, unversehrt, und wir laden unser Gepäck aus, Tadeja hat ja begonnen an Board eine Bibliothek internationalen Ranges aufzubauen und ich hatte die ehrenvolle Aufgabe den Inhalt für die Abteilungen Psychotherapie, Psychologie, Yoga, Meditation und Lebenskunde zu transportieren, wie zwei Packesel sind wir hier angekommen. Danach zischen wir mit dem Dinghi zu Vlachos um eine (erfolgreiche) Qualitätsprüfung der gegrillten mit Käse gefüllten Pepperoni, Melanzani in Tomatensauce und der gegrillten Lamm-Kotletts vorzunehmen.

Am Montag Früh wird endlich mit dem in stundenlanger Internet-Recherche erworbenen Wissen das Rigg korrekt eingerichtet und gespannt, ich bin hochzufrieden und nun haben wir – so glaube ich vorerst zumindest – die letzten Wehwehchen der Türkei bereinigt. Das ganze Glauben hilft uns aber nichts, denn als Tadeja den Generator starten will, um uns das mittägliche Traumfrühstück zuzubereiten, da kommt nicht das übliche Generatorbrummen sondern nur ein kurzes Ächzen und Stöhnen, zuerst vom Generator und dann von mir. Nach einem halben Tag Fehlersuche kommt am Abend dann ein Profi an Board der zuerst zwei Stunden alle meine Versuche wiederholt und dann das wahre Problem feststellt: der Generator startet nicht. Er findet aber auch die Ursache: Wassereintritt in den Motor, eventuell durch den in der Türkei fachmännisch nachgebauten Abgas-Wasser-Mischer (das Originalteil wurde in der Türkei wegen Korrosion ausgebaut, statt dem Original-Ersatzteil wurde eine Spezialanfertigung gemacht weil viel besser designed und billiger). Der Fischer-Panda Generator – ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst mit entsprechendem Preis – ist also nach 300 Motorstunden über den Jordan, Reparatur würde hier acht Wochen benötigen, es ist wohl der Kubota Dieselmotor zu tauschen. Ohne Generator funktioniert leider unser Elektroherd nicht. Jetzt sitzen wir also mit defektem Generator und hungrig an Board. Hungrig allerdings nur kurz, weil Vlachos uns auch um 2200 noch bewirtet, gegrillte Fischchen und die üblichen Gemüsefantasien. Wir tüfteln hin und her wie wir das nun lösen können und entscheiden uns Dienstag morgen die KALI-MERA wieder auf Gasbetrieb rückzubauen, so wie sie ursprünglich einmal ausgerüstet war. Ein Eno Gasherd wird bei Spiros bestellt und auf Grund von Voraus-Barzahlung wird die Lieferung bereits für Mittwoch versprochen (es wird in Hellas grundsätzlich nur mehr gegen Vorauszahlung geliefert). Den Generator werden wir irgendwann später reparieren lassen, wenn dies wirtschaftlich vertretbar ist, vielleicht in Italien oder Spanien, mit dem Gasherd sind wir wieder Strom-unabhängig bzw. reichen uns die Solarzellen für den täglichen Verbrauch.

Nach all der Aufregung gönnen wir uns ein Bad und fahren mit dem Dinghi in eine der tollen kleinen Badebuchten auf Poros. Im glasklaren und inzwischen wunderbar warmen

Wasser ist das Schwimmen ein Traum, wir sind ganz alleine, nur in der Nachbarbucht sehen wir die Hotelgäste dicht an dicht gedrängt unter Sonnenschirmen. Uns spenden Tamarisken Schatten und wir erholen uns. Am Abend steuert Tadeja das Dinghi in Rauschefahrt wieder zurück zur KALI-MERA, wir machen uns schön und gehen zur Feier des Tages ins Karavolos, was „die Schnecke“ bedeutet. Jedwede Kritik, die ich in den letzten Jahren am Essen in Griechenland geäußert habe, nehme ich hiermit zurück und entschuldige mich in aller Form („liebe griechische Künstler der Küche, bei Euch speist man vorzüglich!“). Gratinierter Käse mit Paradeisern, Fava (Bohnen Püree mit Zwiebel und Olivenöl), Kleftiko (Lammkeule gebraten), ein stimmungsvoller und auch kulinarisch wunderbarer Abend.

unser Privatstrand

unser Privatstrand

Badebucht bei Poros

Badebucht bei Poros

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to zurück in Poros

  1. Daniel v/o Mustafa (Star-Commodore) sagt:

    Hallo Herbert
    Dein Gleichmut ist bewundernswert: mit welcher Gelassenheit Du scheinbar allen Widrigkeiten des Bordlebens begegnest. Aber vielleicht hat es auch damit zu tun, dass Du die Therapeutin gleich mit an Bord hast… Eine Lösung, die ich mir vielleicht auch überlegen sollte…
    Und die leckeren Lammkoteletts duften also bis hier nach Zürich…
    Alles Gute und beste Grüsse – Daniel

Kommentar verfassen