Nargana

Nargana und Jesu Corazon sind das „moderne Zentrum“ vom Kuna Land, zwei Inseln knapp am Festland, mit einer Brücke verbunden, an der Mündung des Rio Diabolo. Hütten mit Blechdächern, desolate Gebäude, Staubstraßen und Tümpel zwischen den Häusern. Hierher verschlägt es uns, weil wir eine Wäscherei benötigen und etwas Proviant aufnehmen wollen. Freundliche Menschen, jede Menge ballspielende Kinder, überall kläffende angebundene Hunde, ein paar kleine Läden mit Konserven und dem ein oder anderen Gemüse, und Plastikmüll, wohin auch immer das Auge sich hinflüchtet. Es ist mir ein Rätsel, wie man sich in diesem Unrat wohl fühlen kann, aber hier stört es anscheinend niemanden. Wenn alle zusammenhelfen würden, dann wäre diese Müllinsel innerhalb von kurzer Zeit gesäubert, aber hier wartet man lieber bis sich das von selbst reinigt. Die Bananenschalen lösen sich ja auch nach kurzer Zeit ganz von alleine auf, fürs Plastik braucht man halt ein bisschen mehr Geduld, eigentlich typisch für mich spießigen Sklaven unserer europäischen Leistungs-Gesellschaft, dass ich nicht einfach warten möchte bis die Weisheit der Schöpfung auch dieses Problem durch Zeitablauf löst.  Im Hafen schwimmt eine dichte Kunststoff-Müll-Decke vorm Dinghi Dock, der kleine Strand vor den Häusern auf der Ost-Seite ist vielfärbig bunt, besteht fast nur aus angeschwemmten oder weggeworfenen Verpackungen. Plastik-Flaschen, Dosen, Tuben, Plastiksackerl in allen Größen und Farben, die ganze Kreativität und Vielfalt der Verpackungsindustrie verschönert hier den Schrebergarten. Panamas Umweltministerium müsste hier einmal einen längeren Zwangsaufenthalt verordnet bekommen, vielleicht hat dann jemand eine gute Idee was man dagegen tun könnte. Zutiefst deprimierend ist dieser Ort für mich, der Lärm des Dieselkraftwerkes, den der Wind über den Ankerplatz weht, gibt mir den Rest (und während auf den paradiesischen Inseln ein paar Meilen weiter nördlich sicher die Sonne scheint, haben sich hier Nebel und Regenwolken langfristig angesiedelt um auch zarte grüne Sprossen von guter Laune sofort zu ertränken). Liebe Wäsche, sobald Du sauber bist, verschwinden wir, bitte beeile dich. Ich will weg von Plastik-Town. Danke.

 

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