Mastlos in Kusadasi

Wir sind nun endlich im Wasser, allerdings wie ein Speedboot ohne Masten. Diese hätten ursprünglich am 2. Mai gestellt werden sollen. Nachdem das Unterwasserschiff so stark verzögert wurde, hatten die Mechaniker nun mehr Zeit mit den Vorbereitungsarbeiten. Oder zumindest: hätten gehabt. Am nächsten Termin, dem 7.5.2015 waren sie nämlich noch nicht fertig, auch wenn der Termin fix vereinbart war. Nachdem wir aber dann ja das Kranen auf Montag verlegt hatten schien das kein Problem zu sein, Montag sei alles auf jeden Fall fertig. Siehe da, am Montag ist doch nicht alles fertig, bei der Vormontage des Vorstages stellt sich heraus, dass dieses nicht die gleiche Länge hat wie das Original. Das neue Stag ist kürzer, der „Turnbuckle“ ist länger, ich hätte hier wohl falsches Material besorgt, aber es gibt sofort auch eine vorgeschlagene Lösung: Die Furling um 14 cm kürzen, eventuell das Segel, das dann ja nicht mehr passen wird, etwas anpassen, und die Edelstahlhalterung vom Furling-Motor etwas verlängern und alles sei ok. Ich protestiere und entscheide das alte Stag wieder einzubauen, außerdem telefoniere ich mit dem Hersteller. Ich habe ja beim Originalausrüster von Amel – bei ACMO – für exakt unser Schiff das Original-Rigg bestellt, ACMO hat alle Größen und wir prüften auch noch gemeinsam die Kontroll-Längen. Seltsam, es müsste alles passen. Plötzlich wird den Spezialisten klar, dass man Vorstag und Achterstag für den Großmast vertauscht hat, das Achterstag ist etwas kürzer und dicker, natürlich kann es dann nicht passen. Große Erleichterung, es wird getauscht und alles passt.

Ich bestehe darauf dass das Vorstag geschmiert wird, die Mechaniker raten ausdrücklich davon ab, aber Amel rät ausdrücklich dazu, wir machen es entsprechend den Anweisungen des Herstellers und schmieren. Dann wird der Furling Antrieb auf die Furling-Schiene genietet, und zwar mit Edelstahl-Nieten. Ich protestiere kurz, aus meiner Sicht müssten hier Aluminium Nieten verwendet werden. Edelstahl, Aluminium und Salzwasser passen einfach nicht zusammen. „Auf keinen Fall, viel zu schwach“ wird von den Spezialisten festgestellt. Korrosion sei kein Problem und Stahl das richtige Material, es wird daher alles ordentlich mit Stahl genietet, schließlich müssen es die Experten ja wissen. Es lässt mir aber keine Ruhe, ich suche in meinen Unterlagen und werde glatt fündig: – unbedingt Aluminium-Nieten, ansonsten Korrosion und weitere Probleme. Also werden die Edelstahl Nieten am nächsten Morgen wieder ausgebohrt, das geht natürlich nicht ohne die Furling zu beschädigen, aber der Schaden hält sich in Grenzen. Alles wird neu zusammengebaut und ist nun bereit zum Einbau. Der Kran hat jedoch keine Zeit mehr und es soll alles am nächsten Tag (also morgen Mittwoch) erfolgen. Aus den bisherigen Erfahrungen klüger geworden kontrolliere ich nochmals das gesamte Rigg. Und was sehe ich – es fehlen die Kunststoff Zwischenscheiben bei einigen Mast-Wanten Verbindern, ohne diese Scheiben ist Korrosion vorprogrammiert. Kurze Besprechung mit Basar und den Mechanikern, unterstützt von meiner Fotodokumentation des Original-Riggs vor dem Service, alles klar, die Beilag-Scheiben werden eingebaut. Auch der kleine Mast-Aufbau für die Signalflaggen fehlt, der wurde wohl vergessen. Auch der muss noch eingebaut / angenietet werden. Basar verspricht sich um alles zu kümmern damit morgen Früh alles bereit ist. Wir sind gespannt und werden sehen.

Zwischenzeitlich macht sich hier eine gemütliche Urlaubsstimmung breit, die Marina ist ein netter Platz, wir kennen schon die anderen Leute, es gibt immer einen Grund zum Plaudern und zum Kaffee-Trinken. Und das Gute an den ganzen „Unwegbarkeiten“: Wir lernen wie es gemacht werden soll und sind immer weniger auf externe Hilfe angewiesen.

Es geht zurück ins Wasser

Es geht zurück ins Wasser

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2 Responses to Mastlos in Kusadasi

  1. Reinhard sagt:

    Auch wenn es mir leid tut, dass ihr noch am Startpunkt feststeckt, Deine Beiträge besitzen eine amüsante Note – ich lese sie immer gerne! Hoffentlich geht’s bald richtig los. LG -reinhard

    • herbert sagt:

      Servus Reinhard, jetzt sind wir ja unterwegs, freut mich dass Du hineinschaust auch damit Du siehst dass ich mich nicht zum Faulenzen aus dem Staub gemacht und Dir die ganze Arbeit überlassen habe

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