Saint Lucia und die Grenadinen

Es geht wieder in den Süden, in Sausefahrt rauschen wir von Martinique nach Saint Lucia, dort bleiben wir in der Rodney Bay einige Tage, bevor wir mit einem kurzen Übernachtungsstop in Sofriere an St. Vincent vorbei nach Bequia zischen. Wir haben meistens sieben bis acht Knoten auf der Logge, da halten wir die starke Gegenströmung von bis zu drei Knoten gut aus. Vor Saint Lucia sehen wir vor uns drei Wale, und gleich danach besucht uns eine Delphinschule mit geschätzt fünfzig Tieren, eine herzerwärmende Begegnung.

In der Rodney Bay ankern wir neben der WORLDDANCER, mit Heike und Herwig haben wir ein großartiges Abendessen im netten Restaurant am Fuße der alten Festung (Heike hat Geburtstag, Tadeja und ich feiern unseren ins Dengue gefallenen Hochzeitstag nach), tags darauf erwandern wir die Festung und genießen den fantastischen Ausblick. In Soufriere bewaffne ich mich mit dem Segelmacher-Werkzeug und flicke zwei Stellen an unserer Genua.

In Bequia haben wir geruhsame Tage, es sind weniger Schiffe hier als das letzte Mal, wir ankern im klaren türkisen Wasser und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Es sind schöne gemeinsame Tage hier mit der WORLDDANCER und der THAT’S LIVE, am Abend sitzen wir in der Coco Bar bei Livemusik, untertags wird gepaddelt (wir haben uns in Martinique – dem karibischen Konsum-Mekka – ein Kajak für zwei Personen geleistet), gebadet und den vielfältigen Boardpflichten nachgekommen. Ein Tag wird der Beschaffung und dem ordnungsgemäßen Verzehr von Fisch zweckgewidmet, wir gehen aber nicht angeln sondern machen mit dem Minibus einen Ausflug in die Fischermen-Bay, dort erstehen wir einen Neun-Pfund-Fisch-Prachtkerl, der vor unseren Augen fachgerecht zu Steaks verarbeitet wird. Fisch kaufen ist hier ein Vergnügen, direkt vom Fischer und kein so mit Gräten angefülltes Getier, bei dem man ständig mit der Zunge im Mund nach dem Fischknochen-Zeugs Ausschau halten muss, sondern richtige Steaks und Filets, mit Knochen in einer Größe, dass die Steaks auch von einem ungarischen Graurind stammen könnten. Fisch richtig zum Hineinbeißen, wie eine ganze Torte und nicht nur eine Praline!

Am Abend wird dann am Strand unter Palmen der Grill angeworfen, und garniert von gaumen-verwöhnenden Salaten und Heikes frisch gebackenem Ciabatta gibt es meisterlich zubereitete Fisch-Steaks (Thomas ist der ungekrönte Fischgrillkönig). Zum Sonnenuntergang gibt es Rumpunsch als Sundowner, später beim Lagerfeuer wird dann bei Wein noch Seemannsgarn gesponnen und wir sind alle überzeugt, dass es nicht schöner sein kann als in diesem Moment.

Das Thema Fischen wird nun wieder wichtig, Herwig hat noch keine ordentliche Angel, begleitet von den Fischerei-Großexperten Thomas und mir ersteht er in Bequia Equipment erster Güte, jetzt steht der Ärmste halt ordentlich unter Erfolgsdruck! Ich ergänze mein Köder- und Haken-Sortiment, in Bequia gibt es eine gute Auswahl. Bei St. Lucia hatten wir einen schönen Barrakuda am Haken, ca 60 cm war der Bursche lang, und er machte in Filetform in Olivenöl herausgebraten mit heurigen Erdäpfeln eine wunderbare Figur, es ist nun wieder Fisch-Saison.

Nachdem der Baguette- und sonstige Lebensmittel-Luxus der letzten Wochen nun vorbei ist, wird die Board-Bäckerei wieder in Betrieb genommen, und Selbstversorgung ist auf unserem Campingboot angesagt, aber der Vorratsschrank ist randvoll, und wir müssen noch keinen südkaribischen Einheits-Cheddar kaufen.

Kurz zusammengefasst: Freunde sind um uns, der Kühlschrank ist voll, die Sonne scheint, das Leben fließt einfach und vergnügt dahin, wir fühlen uns pudelwohl.

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